Strom sparen

Strom sparen – so geht’s

Der erste Schritt zu einer Reduzierung der Stromkosten fängt im eigenen Haushalt an. Es ist das eigene Verhalten, das möglicherweise zu einem unnötigen Stromverbrauch führt, aber auch veraltete Geräte oder technische Bestandteile sorgen dafür, dass die verbrauchte Strommenge nicht sinkt oder sogar ständig steigt.

 

Am einfachsten: die Einbindung eines Energieberaters

Viele Verbraucher ahnen gar nicht, welche Einsparpotenziale sich in ihren eigenen vier Wänden befinden: Ihnen fehlen die nötigen Kenntnisse und die Zeit, sich diese anzueignen.

Hier sind die Verbraucherzentralen eine gute Adresse:
Sie bieten eine Energieberatung durch Fachleute an, die gegen eine geringe Gebühr (5 Euro für 30 oder 45 Minuten) in gut erreichbaren  öffentlichen Gebäuden durchgeführt wird. Nach der Eingabe der eigenen Postleitzahl werden alle Beratungsorte der näheren Umgebung aufgeführt (www.verbraucherzentrale-energieberatung.de).

Sofern es nach diesem Gespräch noch einen weitergehenden Beratungsbedarf gibt, kommen die Experten auch nach Hause. Nach einer individuellen Einzelfallberatung fertigen sie ein schriftliches Kurzprotokoll an und geben konkrete Vorschläge, wo und wie in einem Haushalt Energie eingespart werden kann. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert diese Unterstützung, sodass hierfür eine Beratungsgebühr von nur 40 Euro anfällt. Einkommensschwache Haushalte erhalten beide Beratungen kostenlos.

 

So kann sofort Strom gespart werden

Am schnellsten und einfachsten kann der Stromverbrauch verringert werden, wenn die eigenen Gewohnheiten kritisch betrachtet werden. Ohne zusätzliche Kosten wie z. B. der Anschaffung von neuen Haushaltsgeräten lässt sich so sofort Geld sparen.

Hier einige Beispiele:

  • Die Waschmaschine sollte nur voll beladen betrieben werden. Eine niedrige Waschtemperatur reicht in den meisten Fällen aus und schont den Geldbeutel.
  • Wenn möglich, sollte die Wäsche auf der Leine und nicht im Wäschetrockner getrocknet werden.
  • Der Kühlschrank sollte nicht zu kalt eingestellt werden. In der Mitte gemessen ist eine Temperatur von 7° C optimal. Um das Gerät optimal zu nutzen, sollten die Empfehlungen für die einzelnen Kühlzonen eingehalten werden. Eine anschauliche Infografik des Bayerischen Rundfunks zeigt, wie das am besten geht (http://www.br.de/).
  • Die Heizungspumpe der Zentralheizung kann evtl. auch bei einer niedrigeren Leistungsstufe betrieben werden.
  • Die Beleuchtung sollte nur dort angeschaltet sein, wo sie benötigt wird.
  • Die Helligkeit des Fernsehers sollte nur so eingestellt sein, wie sie benötigt wird.

Wenn Verbraucher bereit sind, jetzt Geld auszugeben, um dann dauerhaft Strom zu sparen, kommen diese Möglichkeiten in Betracht:

  • Alle Geräte wie z. B. Computer, Fernseher oder die Stereoanlage, die während der ungenutzten Zeit auf Standby stehe, sollten an schaltbare Steckerleisten angeschlossen werden. So lassen sie sich mit nur einem Handgriff ausschalten.
  • Wer häufiger Warmwasser z. B. für Tee benötigt, sollte sich einen elektrischen Wasserkocher anschaffen. Sein Betrieb spart etwa 30 % der Stromkosten, die mit dem Erwärmen des Wassers auf einem Elektroherd nötig wären. Zum Vergleich: Die meisten Wasserkocher benötigen zum Erhitzen von einem Liter Wasser rd. 100 Wh Strom, mit einem Elektroherd sind hierfür 150 Wh nötig. Die billigste Lösung ist und bleibt allerdings der Gasherd.
  • Alle Haushaltsgroßgeräte wie Spülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner, Kühlschrank sowie Gefriertruhe oder –schrank sollten ausgetauscht werden, wenn sie älter als zehn Jahre sind. Moderne Geräte sind in der besten Effizienzklasse A+++ erhältlich und sparen nicht nur Strom, sondern auch CO­­2-Emissionen.
  • Die Heizungspumpe sollte durch eine Hocheffizienzpumpe ersetzt werden.
  • In Räumen, die oft genutzt werden, hilft der Einsatz von Energiespar- oder LED-Lampen beim Stromsparen.
  • Laptops und Tablet-Computer benötigen deutlich weniger Strom als Desktop-PCs mit separater Tastatur und einem Monitor. Wo dies möglich ist, sollte ein Austausch vorgenommen werden.
  • Sobald sowieso ein neues Fernsehgerät angeschafft werden soll, ist ein Blick auf das Energielabel hilfreich: Bei Geräten mit einer Bildschirmdiagonalen bis zu 70 cm sollte auf die Energieeffizienzklasse A, bei größeren Modellen auf die Effizienzklasse A+ oder besser geachtet werden.

 

Das sollten Kunden über die Effizienzklassen wissen

Innerhalb einer Effizienzklasse befinden sich nur Geräte, die hinsichtlich ihrer Ausstattung und Größe miteinander vergleichbar sind. Das bedeutet: Ein sehr großer Kühlschrank mit einem entsprechend hohen Verbrauch kann einer besseren Effizienzklasse zugeordnet sein als ein kleiner, der ebenso viel Strom benötigt. Verbraucher sollten sich also vor dem Kauf eines Gerätes darüber im Klaren sein, was ihr neues Haushaltsgerät leisten muss. Erst danach können die einzelnen Energielabels miteinander verglichen werden. Ob sich ein stromsparendes Gerät in jedem Fall lohnt, ist auch unter Fachleuten umstritten. Naheliegend ist allerdings die Schlussfolgerung, dass sich die teurere Anschaffung eines energiesparenden Geräts vor allem dann lohnt, wenn es häufiger betrieben wird.

Der Norddeutsche Rundfunk hat sich bereits im September 2015 hierzu Gedanken gemacht.
Er rechnete vor, dass der Stromverbrauch eines Geschirrspülers, der in die Effizienzklasse A+ eingestuft worden ist, um 60 kWh pro Jahr höher ist als der eines Geräts in der Effizienzklasse A+++. Vor dem Hintergrund des durchschnittlichen Strompreises von 29,16 Cent je kWh ergibt sich für das hochwertigere Gerät eine Stromkostenersparnis von jährlich rd. 17,50 Euro. Da lohnt sich anhand von zwei Beispielen der Blick auf die Preise von Neugeräten: Ein namhafter deutscher Hersteller bietet sein günstigstes 60 cm breites Unterbaugerät der Effizienzklasse A+ derzeit (Mai 2017) für 599 Euro an (unverbindliche Preisempfehlung, UPE). Die preisgünstigste Spülmaschine der Effizienzklasse A+++ kostet 879 Euro (UPE), also 280 Euro mehr. Daraus ergibt sich: Nach 16 Jahren hätte sich der höhere Kaufpreis amortisiert, wenn der Strompreis sich nicht ändert.
Ein weiteres Unternehmen, das für seine hochwertigen Produkte bekannt ist und sich in einem entsprechend höheren Preissegment befindet, bietet ebenfalls 60 cm breite Unterbaugeschirrspüler der Effizienzklassen A+ und A+++ an. Die UPE für das preisgünstigste Gerät der Effizienzklasse A+ beträgt hier 599 Euro, der günstigste Geschirrspüler mit einem A+++-Energielabel kostet hier allerdings 979 Euro. Aus dem Preisunterschied von 380 Euro ergibt sich, dass der höhere Kaufpreis durch die Stromersparnis erst nach fast 22 Jahren wieder hereingeholt werden konnte.

 

Fazit für den Gerätekauf

Die beiden Stichproben wurden zufällig ausgewählt. Die beiden zitierten Hersteller sind in Deutschland jedoch sehr bekannt und ihre Geräte werden häufig gekauft. Angesichts der langen Amortisationsdauer, die sich für die oben dargestellten Beispiele ergeben hat, kann Verbrauchern nur geraten werden, die tatsächlich Stromkosteneinsparung im Vergleich zum höheren Preis eines energetisch hochwertigen Geräts vor dem Kauf selbst auszurechnen und erst dann eine Entscheidung zu treffen. Das gilt für alle Geräte, vom Wasserkocher bis zur Heizungspumpe.